Champaign Powder

2 Wochen im größten Skigebiet der Welt

Berichte von 03/2010

In den Startlöchern

Dienstag, 09.03.2010

Für alle fleißigen Leser unseres Australien-Blogs kommt hier eine kleine Fortsetzung. Dieses Mal zieht es uns, d.h. mich (Holger) und Marc, hinauf zu den Gipfeln der Rocky Mountains. Um der Frage vor zu greifen, welche Dekadenz uns zum Skifahren ausgerechnet nach Colorado zieht, wo Harrachov doch so viel näher liegt, hier einmal kurz die Fakten:

 - die Vail Resorts sind mit 5200 Hektar der größte Skiverbund der Welt

- 600 Abfahrten, davon über 80 % für Könner und Fortgeschrittene (also bleiben noch 120 für uns übrig)

- 95 Lifte bis auf 3962m (für die 575 $ pro Skipass gibt es hoffentlich kostenlose Bierhähne an den Sesseln für die Fahrt nach oben)

- der berühmte „champagne powder" Schnee (im Gegensatz zum Berliner Dreck-Matsch-Eis-Mix)

-  die schwarze Pisten oder auch „double black diamonds runs" ( für den Freitod mit Niveau)

Und wem das noch nicht genügt, dann der Besuch unser guten Freundin Frances, die uns zwei Wochen unter ihrem Dach ertragen muss. Am 15.03.2010 geht's auf nach Denver. Hoffen wir das Delta einmal in seiner Unternehmensgeschichte pünktlich fliegt und meine Ski zeitgleich mit mir ankommen. Viel Spaß beim lesen.

Oh say, can you see by the dawns early light....

Dienstag, 16.03.2010

Die LeseeckeUnsere kleine Terasse mit BlickWer die Wahl hat ...Unendliche WeitenPatrioten wie wir

We did it. Wer einmal auf dem JFK Airport in New York umsteigen durfte, wird nie wieder die Effizienz deutscher Behörden in Frage stellen. Schlimmer geht's eben immer. Mit dem vergleichsweise geringen Verlust von einem Gepäckstück haben wir pünktlich Denver erreicht und das Shuttle nach Avon bestiegen. Nach gut 24 h von Haustür zu Haustür waren wir endlich am Ziel. Ein freudiges Wiedersehen mit unseren Gastgebern, ein Willkommensbier und ab in unsere bescheidene Bleibe für die nächsten zwei Wochen. Zwei Schlafzimmer mit separaten Bädern, ein extra Wohnzimmer mit Terrasse und Bergblick sowie ein eigener Jeep für Ausflüge runden das Ganze etwas ab.

Am nächsten Tag lecken wir erst einmal unsere Reisewunden, sonnen uns auf der Terrasse, warten aufs Gepäck und kaufen etwas ein. Verglichen mit Wal Mart reduziert sich  unser Kaufland glatt auf die Größe eines Tankstellenshops. Für Touristen sollte es Einkaufswagen mit Navigationssystem und Lehrgänge für die richtige Produktauswahl geben. Milch mit 2 % Fett, 1,9 %, 1,8 %...., Milch mit Vitamine A, B, C...., Milch mit Milch und Milch mit ohne Milch. Die Suche nach einem Steckdosenadapter gestaltet sich nicht viel einfacher (Start:City Market --> Office Market -->Wal Mart -->Home Depot -->zurück zum City Market, rechts daneben -->Radio Jack, wir haben ihn), dann kann es offiziell los gehen. Abends gibt es noch eine Geburtstagsparty mit reichlich Barbeque und Bier. Wir harren in Spannung der Dinge die da kommen sollen und ums vorweg zu nehmen, sie kamen. 


Beaver Creek

Mittwoch, 17.03.2010

On the topMittagspause bei JebbiesSt. Pattricks DayDoofer Touri

Am ersten Skitag zieht es uns zum Bever Creek Resort gleich bei uns im Dorf. Der Skiverleih ist hier mit 20 $ pro Tag für Ski und Schuhe vergleichsweise preiswert. Ebenso die Skisachen, sollte man noch Defizite haben. Parken ist kostenlos und der Skibus kommt alle 10 Minuten. Alles wie gewohnt nur eine Sache ist schon mal anders, abgesehen von der Rolltreppe zum Skilift. Im Tal, das heißt auf ca. 2500 m, herrschen etwa 15 ° bei strahlendem Sonnenschein. Auf dem Berg (3500m) wird es dann etwas kühler, bleibt jedoch meistens im Plusbereich. Aufgrund der geringen Luftfeuchtigkeit scheint dies dem Schnee jedoch nicht weiter zu schaden, die Berge sind weiß, die Pisten perfekt. Blaue Pisten sind hier grün und super geeignet für ein erstes warm up. Auch haben hier haben alle Abfahrten einen eigenen Namen der manchmal schon erahnen lässt, was auf einen zu kommt. So klingen die „Stone Creek Chutes (Steinbachrinnen) " mit Abfahrten wie der „Jack Rabbit Alley" und der „Red Buffalo" doch wesentlich angenehmer als die „Bird of Prey Downhill Courses (Raubvogelabfahrten)" mit der „Goshawk" oder „Golden Eagle". Der Unterschied ist wie ein Sprung vom Beckenrand oder dem 10 m Brett. Da Üben was für Weicheier ist, probierten wir es gleich einmal mit der ehemaligen Worldcupabfahrt. Marc nutzte diese Gelegenheit um dem Schnee etwas näher zu kommen und verteilte sein Equipe gleichmäßig über den ganzen Abhang. Letztlich werden wir aber warm, fahren die Helmkamera ein und genießen den Apréski bei Bier und Livemusik. Denn heute ist St. Pattricks Day und da sind wir doch alle Iren.


Vail, like nothing on earth

Donnerstag, 18.03.2010

Man ist unter sichHelden wie wirVail Dorf, das Bier danachDas war die kleinste PortionKamera bereit

Der größte Konkurrent vom berühmten Aspen und Partnerort von St. Moritz gibt sich ganz in bayrischem Charme, allerdings ohne wirklich bescheiden zu sein. So lautet der offizielle Slogan: „If god would go for ski on earth, he would probably come to vail". Was also für Gott gut ist, kann für uns nur richtig sein. Der Gedanke, warum aber um die Welt fliegen um sich heimisch zu fühlen, verfliegt umgehend beim Anblick der Abfahrten. Das Grinsen auf unseren Gesichtern bleibt beständig, die Pisten sind einfach nur breit, steil und perfekt, Beschränkungen gibt es keine, der Ausblick auf die Gipfel der Rocky Mountains schlicht atemberaubend. Alles ist so riesig, dass man manchmal glaubt, die Berge nur für sich allein zu haben.

Wer sich bislang für einen passionierten Skifahrer gehalten hat, wird hier schnell eines Besseren belehrt, denn potentielle Herausforderungen findet man hier häufiger als es ratsam währe, sie an zu nehmen. Bei über 50% schwarzer Pisten fliegt mal schnell das Zeichen „Black Double Diamont" an einem vorbei. Hat man dann noch den kleinen Zusatz „ex" für extreme terrain übersehen, eröffnen sich ganz neue Einblicke. Dicht bewaldete Buckelpiste trifft freien Fall, natürliche Sprungschanzen inklusive. Wer lesen kann ist hier wirklich klar im Vorteil. Bei strahlend blauem Himmel reißen wir Pistenkilometer und filmen fleißig. Morgen soll es Neuschnee geben oder eben den berühmten Champagne Powder.

 

 

Die Neuschneehölle

Freitag, 19.03.2010

 Vorfreude - die schönste FreudeAuf dem Lift mit FranHarte KonditionenLuke, ich bin dein VaterZu viel PowderGut dabei

Nach zwei Tagen Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen kommt endlich der ersehnte Neuschnee. 35 cm über Nacht sind doch ein Anfang und es schneit weiter. Die Interstate nach Vail ist wegen Unfällen gesperrt, also wieder ab zum Beaver Creek, quasi vor der Haustür. Nachdem wir mit dem sommerbereiften Toyotajeep das erste Stopschild überrutscht hatten,  geht es nur noch im Kriechschritt weiter. Endlich auf der Piste angelangt ist es doch nicht so pulverig wie ursprünglich erwartet.  Eine ungeräumte Tiefschneepiste mit Hügelbildung führt schnell zu akutem Oberschenkelbrennen. Das grenzt langsam an Leistungssport, wenn man von der Haltungsnote, den vielen Pausen und den Stürzen einmal absieht. Dummerweise sind wir mit Fran verabredet und können so nicht kneifen. Sie führte uns zu einem entlegenen Teil des Skiressorts, der Gott sei Dank noch nicht geräumt wurde, wo bliebe sonst auch der ganze Spaß. Doch jede neue Situation führt bei Menschen zwangsläufig zur Ausprägung neuer Strategien und Marc entwickelt den "Lumberjackstyle", nicht zu verwechseln mit dem artverwandten "Drunkenstyle". Zu Deutsch, laufen lassen und hoffen das es gut geht. Die Amies mögen halt von allem immer etwas mehr: Zucker, Konservierungsstoffe, Verpackungen und eben Schnee. Um vor Fran nicht wie Waschlappen auszusehen stimmen wir jeder Piste gelassen zu und versuchen die erleichterten Gesichter in der anschließenden Bierpause zu unterdrücken. Das mit dem Champaign Powder muss dann doch noch etwas Anderes sein.


Der wilde Westen

Samstag, 20.03.2010
3 Liter AutoKolonialwaren zum stöbernStraße ins NirgendwoLuftige Höhen

Geschlossen machen wir uns heute auf den Weg, die Gegend etwas abseits der Touristenpfade zu erkunden. Mehrfach äußern wir an diesem Tage aufrichtiges Bedauern ob der erschreckenden Lebensumstände denen unsere Freunde jeden Tag ausgeliefert sind. Verträumte kleine Orte aus der Zeit des großen Goldrausches, endlose verschneite Weiten, rauschende Bäche, tiefe Wälder und zerklüftete Täler lassen einen schon mal ins Schwärmen geraten. Es geht durch Minturn, Redclif und Leadville. Auf dem  Wege kommen wir noch an einer Geisterstadt vorbei. Schule, Krankenhaus, Straßen, Häuser, alles da, wunderschön gelegen und in keinem schlechten Zustand. Irgendetwas hat die Mienengesellschaft dort verseucht. Schade, aber denoch ein beeindruckender Anblick. Wir kehren überall einmal ein, durchstöbern etwas die Shops und enden in einem der schönen Outletcenter nahe Vail. Das erste was ich dort aufsuche ist tatsächlich ein Küchenbedarfsladen. Ich finde dort das, was ich als das Wunder von Colorado bezeichne. Einen Dosenöffner der den Deckel wieder verschließbar und ohne scharfe Kanten öffnet, ich bin begeistert. Klamotten gibs natürlich auch wieder reichlich für schmal.

Leadville GeisterstadtWeitblickFür den nächsten Winter in Berlin

Springbreak

Sonntag, 21.03.2010
Alle unterwegsFeiern auf 3500mFuttern wie bei MutternSpringbreakGute Aussichten

Wir haben unsere Gastgeber Fran und Leo dabei und liften zum „Blue Sky Basin" hinüber. Der Weg führt uns schon einmal durch die berühmten Backbowls. Was es damit genau auf sich hat, werden wir aber morgen herausfinden, jetzt wird gepicknickt. Wieder einmal bleibt uns die Luft weg, nicht aber wegen der Höhe von 3527m. Mit fantastischem Blick auf das Massiv des „Mount of the Holy Cross" (4269m) wird hier ausgelassen „Springbreak" gefeiert. Ähnlich wie in Australien, sind hier vielerorts öffentliche Barbeque Grills installiert, welche ganztägig befeuert werden. Eine ausgelassene Menschenmenge ist hier am brutzeln, trinken und feiern. Wir tun es ihnen gleich, leeren die Biervorräte und schmeißen unsere Würste auf den Grill. Gegen 3 kommt die Räumkollone und wir begeben uns im Rucksack leichter und den Beinen schwerer zurück nach Vail.

Backbowls

Montag, 22.03.2010
DavorDanachHier war noch Platz On TopSelbstredend

Tja, was genau sind Backbowls und wie sollen die noch eine Steigerung des bisher Bekannten beinhalten? Der Hintergrund erschließt sich uns erst nach und nach. Wo man in heimischen Gefilden wegen böswilligem Störens ansässiger Flora und Fauna gesteinigt wird, oder zumindest den Skipass los ist, sind hier die Grenzen nur rein physischer Natur. Gefahren wird eben wo es nur geht. Riesige Talkessel führen zu gut verteilten Sesselliften. Sogenannte „Catwalks" verbinden sie mit jedem Punkt an dem man raus kommen könnte. Schon die Namensgebung lässt hier schon wieder auf eine leichte Verschärfung der Lage schließen. So hält man zumindest noch einen Augenblick inne, bevor man sich die „Rasputines Revenche" oder Genghis Kahn" hinunter stürzt. Das Gefühl jedoch, mitten durch dichte Bäume zu fahren ist ebenso unbeschreiblich wie das, im Unterholz stecken zu bleiben. Nichts kann uns aber davon abhalten, dass den ganzen Tag lang zu machen und immer neue Pfade durchs Dickicht zu finden. Ein zweifacher Überschlag, ohne Verlust der Ski und am Ende wieder stehend mit Blick zum Publikum, brachte mir sogar tosenden Applaus vom angrenzenden Lift. Erstaunlich ist nur immer wieder wie schnell man die Hemmungen verliert, sobald die Kamera läuft. Was tut man eben nicht alles für ein Paar Klicks mehr auf Youtube.

Seid bereit: immer bereit

Dienstag, 23.03.2010

DavorDanacheingeschneit Wir sehen ganz schön schwarz ausGesund ernähren

Getreu dem alten Motto begeben wir uns heute in die China- und die Bolschoi Bowl. Etwas Patriotismus musste auch dabei sein, denn außer uns scheint es keinen in die abgelegenste Ecke des Skigebietes zu treiben. Die Erklärung ließ nicht lange auf sich warten. Eine nicht geräumte Tiefschneepiste, welche im Zuge der Sonneneinstrahlung oberflächlich vereist ist, wird hier selbst von den Hart gesottenen gemieden. Was uns nicht umbringt macht uns eben hart, in diesem Falle aber eher weich in den Knien. Aber auch diese Hürde wird, wenn auch alles andere als sturzfrei, erfolgreich genommen. Ein aufkommendes Schneetreiben bringt uns dann zwar noch einige Impressionen, friert uns dann letztlich doch die Glieder ein. Wir räumen etwas früher das Feld und kehren bei Kirbys Barbeque in Minturn ein um Kräfte zu sammeln, fürs morgige Schneemobil fahren.                                                                                                                    PS. Jedwede Unterstellung fotografischer Übertreibung weisen wir natürlich entrüstet zurück.

White River National Forest

Mittwoch, 24.03.2010

Auf RiemenSuchbildOn airLandungHelden wie wir

Der Tag beginnt mit Feldforschung in eigener Sache und einem Besuch in Creekside (Westvail).   Zwischen großen Bäumen und traumhaft schön oberhalb eines Flußes gelegen präsentiert sich unsere künftige Winterresidenz. Dann geht es endlich zum Snowmobilfahren in den White River Nationalpark. Wie sich ein über 100 PS starker Zweitaktmotor mit der herrlichen Ruhe und dem Ursprungsgedanken eines Nationalparks verträgt, stellen wahrscheinlich nur Deutsche in Frage.
Erstmal auf diesen Feuerstühlen gesessen war das kein Thema mehr, ab jetzt heißt es nur noch Spaß vs. Drehmoment. Mit der Physik des Untersatzes war man schnell vertraut, eben wie ein BMW mit Schneeketten. Wir düsen durch eine tief verschneite Winterlandschaft, vorbei an einem argwöhnisch dreinschauenden Schakal und einer konsterniert schauenden Wanderin. Letztere ließ uns doch kurz halten und einmal nach dem Rechten fragen. Der Fehler lag ganz offensichtlich bei ihren beiden Freunden, die sich auf dem Berg absetzen ließen und ihr das Snowmobil anvertrauten. Selbiges lag nun im Tiefschnee versenkt und war in den Weiten des Nationalparks nicht mehr auffindbar. Nach 50 Minuten vergeblicher Suche fanden wir wenigstens die sichtlich entgeisterten Snowboarder. Ihren Blicken nach hätten sie jedoch lieber das Snowmobil anstelle der Frau wieder gehabt.  
Auf einem kleinen Plateau reizen wir die Belastungsgrenzen unserer Gefährte ein wenig aus. Eine natürliche Sprungschanze ermöglicht dabei weiter greifende Studien. So hätte doch niemand gedacht, wie weit und vor allem wie hoch man mit einem solchen Gerät fliegen kann. Marc's wohl mehr auf Mutmaßungen den Erfahrungen basierenden Ratschlag folgend, die Dinger seien unverwüstlich, fahre ich jedenfalls den Tagessieg im Schneemobilweitsprung ein. Die Flugphase ist immerhin lang genug, um die Kosten einer Bruchlanddung grob zu überschlagen. Wir folgen den verschneiten Pfaden in die einsamen Weiten des Nationalparks. Die Landschaft ist atemberaubend, die Geschwindigkeit in der sie an uns vorbei fliegt jedoch auch. Bei 100 km/h verkrampfen doch einige Muskeln zunehmend, während sich andere bedenklich lockern. Es folgt noch eine Besichtigung eines alten WW2 Gebirgsjägercamp's, dann geht's nach 4 Stunden Fahrt zurück zur Lodge und einem Anschlussbier vorm Kamin.
 
 
Der FuhrparkHeld des TagesDas Bier danach
 

Champaign Powder

Freitag, 26.03.2010

Ein SonnentagLunchtime im SonnenscheinHüttengaudiAm SkibusSonne satt

Das Wetter hier ist echt nicht auf einen Nenner zu bringen. Wo wir gestern noch versucht waren bei strahlendem Sonnenschein in Badehose Ski zu fahren, tobt heute ein dichtes Schneegestöber. Was zunächst noch nach einem Hüttentag aussieht, entpuppt sich  bald als unvergleichlicher Spaß. Bis zur letzten Liftminute nutzen wir jeden Zentimeter Neuschnee. Und das ist nun endlich der viel gerühmte „Champaign Powder" Schnee. Man sieht seine Ski nicht mehr und verschwindet in einer Wolke aus weißem Dunst. Er ist nicht nass, klebt nicht und bremst die Geschwindigkeit auf angenehme Art. Nun wird uns langsam klar, wie auch Nichtprofis in den Genuss der „Double Diamonts" gelangen können. Da in den Bowls alle Wälder mit zur Piste gehören geht es nur noch durchs Fichtendickicht. Den Spaßfaktor eines Slalomparcours durch einen tief verschneiten Märchenwald kann man leider nicht beschreiben. Zu diesem Zwecke haben wir aber wieder reichlich Videomaterial angesammelt. Und wieder einmal lesen wir einen passenden Spruch in einer der Hütten: „Most resorts are happy to have one bowl, Vail isn't most resorts". Wie wir auch heute wieder feststellen müssen, ist diese Arroganz nur mehr als berechtigt. Talwärts geht's am Ende durch „Cady's Cafe", einer 4 m breiten natürlichen Half Pipe. Besser geht's nicht.

 Auf ins SchneegestöberMärchenwaldTiefschneeSchneeengelKolleteralschädenWaldgeister

Hot Springs

Sonntag, 28.03.2010

LeadvilleBowling anno 1973Endlose WeitenBuena VistaAm KöchelnImpression

Unser Urlaub neigt sich dem Ende entgegen und wir gönnen uns das wahrscheinlich letzte Highlight zum Schluss, die „Cottonwood Hot Springs" in Buena Vista. Was gibt es für müde Knochen und strapazierte Bänder schon Besseres, als diese in heißem, stark mineralischem Wasser aus der Tiefe der Erde einzulegen. Wieder geht es erst einmal nach Leadville, der mit 3180 m höchsten Stadt Nordamerikas. Die viktorianischen Häuser und der schier endlose Blick auf die Plateaus und Gipfel der Rocky Mountains sind allein schon eine Reise wert. Wir machen halt für Kaffee, Brownies und eine Partie American Bowling in einer Halle, die schon The Big Lebowski zu schätzen gewusst hätte. Weiter geht's in die Hauptstadt des White Water Raftings, Buena Vista. Die Stadt am Fuße der „Collegiate Peaks (Akademiker Gipfel)" hat ebenso den ureigenen amerikanischen Charme mit seinen Holzhäusern und Straßen in die Unendlichkeit. Nach einer Stärkung im Global Café geht's nach Einbruch der Dunkelheit endlich ins heiße Wasser. Was soll man da noch groß beschreiben; Vollmond, sternenklarer Himmel, schneebedeckte Berge, ein rauschender Fluss und heiß dampfende Felsenpools. Wer dabei nicht entspannt, sollte schleunigst ärztlichen Rat einholen oder einen  Qi Gong-Kurs besuchen. Vorbei an Renntierherden, schimmernden Ebenen und beleuchteten Städtchen geht's anschließend zurück auf unseren Berg. Morgen ist der letzte Skitag.

Soniger Abschied

Montag, 29.03.2010

Der KlassikerMal wieder PauseKräfte sammelnDie Sonnendeck-BandAbfahrtsreif

Langsam macht sich der Frühling auch in den Rocky Mountains bemerkbar. Während im Tal  (2500m) die Ersten in T-Shirt und kurzen Hosen Joggen gehen, schleppen wir unsere Skiausrüstung zum letzten Mal den Berg hoch. Dem Zwiebelprinzip folgend haben wir schon auf dem ersten Lift nach oben, zahlreiche Bekleidungsschichten im Rucksack verstaut. Nach mehrmaligem emotionslosen Absolvierens traumhafter Pisten, zog es uns wieder ins tief verschneite Unterholz. Wer einmal abseits der Piste unterwegs war, kommt so leicht keine normale Abfahrt mehr hinunter. Abschließend können wir zumindest behaupten nichts unversucht gelassen zu haben, uns auf dem letzten Meter noch die Haxen zu brechen. Da es im Wald an Gegendarstellungen unbeteiligter Dritter mangelt, behaupten wir an dieser Stelle diesen heldenhaft und aufrechten Schwunges gemeistert zu haben. Videoaufzeichnungen werden zur Verschlusssache erklärt. Letztlich erreichen wir doch noch die Red Tail Lodge, wo eine Live Band auf dem Sonnendeck spielt und Freundinnen von Fran Geburtstag feiern. Wir gesellen uns, dazu, verbreiten gute Laune und bereiten uns seelisch und moralisch auf die letzte Abfahrt dieser Saison vor.

Fazit

Dienstag, 30.03.2010

Abschließend können wir eine Sache einstimmig feststellen: Ski wird nie wieder das sein, was es einmal war. Mit Bayrischer Bergromantik und Hüttenzauber können es die Skiregionen Colorados sicher nicht aufnehmen. In ihrem Ursprung haben die Orte jedoch auch ihren ganz eigenen unvergleichlichen Charme und mit ihren endlosen Ebenen sind die Rocky Mountains auch eine Klasse für sich. Was den Wintersport an sich betrifft ist die Messlatte von nun an ziemlich weit nach oben gewandert. Das noch zu toppen sollte ziemlich schwierig werden. Nicht nur die Pisten sondern auch das Klima und der Schnee sind einfach ein anderes Wohlfühllevel als wir es von unseren Gefilden gewohnt sind. Finanziell gesehen ist die Punktbelastung nicht wesentlich höher als in vergleichbaren Regionen Österreichs oder der Schweiz. Wehmütig machen wir uns auf den Heimweg, jedoch wissentlich, bestimmt nicht das letzte Mal hier gewesen zu sein. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle unseren Freunden und Gastgebern Fran und Leo.

 

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März 2010